Es geht um Menschen, ihre Geschichten und ihren Alltag. Wer regelmäßig in ein Pflegeheim kommt, behandelt nicht einfach Zähne – er begleitet Lebenswege.
Wie alles begann
Begonnen hat alles im Jahr 2021, kurz nachdem unsere Praxis in Alsfeld von einem vorherigen Zahnarzt übernommen wurde. Der erste Kontakt entstand mit dem Rambachhaus in Alsfeld – und was zunächst als neue Aufgabe begann, entwickelte sich schnell zu einer echten Leidenschaft.
Die Arbeit mit älteren Menschen hat mich so begeistert, dass ich mich in der Folge gezielt mit dem Thema Alterszahnheilkunde auseinandergesetzt und entsprechende Fortbildungen absolviert habe. Aus dieser Vertiefung heraus kamen zwei weitere Einrichtungen hinzu: das Haus Stephanus in Alsfeld sowie – ganz aktuell in diesem Jahr – das Pflegezentrum Grebenau.
Zweimal im Jahr, für jede Bewohnerin und jeden Bewohner
Zweimal jährlich stehen die Besuche in den Pflegeheimen fest im Kalender. Bei diesen Terminen wird jeder Bewohner und jede Bewohnerin, die regelmäßig betreut werden, sorgfältig untersucht: Der Zahnersatz wird kontrolliert, die Zähne werden angeschaut, Zahnstein wird entfernt.
Wird dabei ein Behandlungsbedarf festgestellt oder muss neuer Zahnersatz angefertigt werden, kommen die Patientinnen und Patienten anschließend in die Praxis nach Alsfeld, wo die eigentliche Behandlung stattfindet.
Man schaut nicht nur auf Zähne
Was diese Arbeit jedoch besonders macht, ist die menschliche Begegnung, die bei jedem Besuch entsteht. Viele Bewohnerinnen und Bewohner erzählen offen aus ihrem Leben – von ihrer Familie, von den Umständen, die sie ins Pflegeheim geführt haben, von kleinen und großen Geschichten eines langen Lebens.
Diese Gespräche machen den Besuch im Heim zu etwas Besonderem: Man schaut nicht nur auf Zähne, man hört zu.
Natürlich verläuft nicht jede Begegnung gleich. Manche Bewohnerinnen und Bewohner leben mit Demenz, ein klassisches Gespräch ist dann nicht mehr möglich. Doch auch sie werden bei jedem Besuch genauso sorgfältig untersucht wie alle anderen – niemand wird übergangen, unabhängig davon, ob eine Unterhaltung möglich ist oder nicht.
Ein Gewinn an Lebensqualität
Gerade diese Verbindung aus fachlicher Sorgfalt und menschlicher Zuwendung macht die Arbeit so wertvoll: Es ist schön, auf dieser menschlichen Ebene tätig sein zu dürfen – und besonders erfüllend ist es, Bewohnerinnen und Bewohnern mit Schmerzen so zu helfen, dass sie wieder beschwerdefrei essen können. Denn am Ende steht ein einfacher, aber bedeutender Gewinn an Lebensqualität.